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Holländischer Roggen – Jacobus Rye Pale Ale von Jopen

Holländischer Roggen – Jacobus Rye Pale Ale von Jopen

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Wer bei Bier aus Holland nur an einen Champions League Sponsor denkt, der liegt in Punkto „Masse“ vermutlich gar nicht so falsch. Den Punkt „Klasse“ kann dieses Getränk holländischen Ursprungs nun aber mal ganz sicher nicht bedienen.

Craftbier aus dem Land der hölzernen Schuhe und Windmühlen, um mal alle Klischees gleich zu Anfang abzufeiern, kommt zum Beispiel aus Haarlem. Einer Stadt, deren Biertradition auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Eine Biertradition mit vielen Bieren und Brauereien. Zwei dieser Bierrezepte wurden Anfang der Neunziger Jahre im Stadtarchiv von Haarlem ausgehoben und legten den rezeptmäßigen Grundstein für die Haarlemer Biergenossenschaft, die sich 1992 gründete.

Jopen-Jacobus-RPA2Diese Genossenschaft hatte es sich zum Ziel gesetzt diese alten Rezepte wieder aufleben zu lassen und der Bevölkerung wieder zugänglich zu machen. Eines der beiden Rezepte – ein schweres Grutbier – war immerhin von 1407 und heißt in seiner noch heute erhältlichen Neuauflage „Koyt“.

Ende 1996 wurde die Genossenschaft in eine GmbH überführt, die fortan unter dem Namen „Jopen“ firmiert. Der Name stammt von den historischen 112 Liter Fässern, in die das Haarlemer Bier vor einigen Jahrhunderten abgefüllt wurde. Jopen selbst verfügte aber über keine eigene Braustätte, so dass das Bier immer wieder in verschiedenen Brauereien – so zum Beispiel viele Jahre auch in Belgien – gebraut wurde.

Seit November 2010 hat das Bier nun mit der „Jopenkerk“ (Jopenkirche) seine eigene Brauerei in einer alten Kirche, der ehemaligen Jacobuskirche, gefunden. Hier befindet sich nicht nur die Brauerei, sondern auch eine Bar und Restaurant.

Von Jopen stammt das heutige „Jacobus RPA“ also ein „Rye-“ oder „Roggen Pale Ale“, das auch am kommenden Wochenende am Craft Bier Fest in Linz (www.craftbierfest.at) am Stand von Bierfracht ausgeschenkt wird. Benannt, das ist nicht schwer zu erraten, wurde es nach der Kirche in der sich die Brauerei befindet. Ich hatte noch eine Flasche im Kühlschrank – also ran an die „Arbeit“.

Im Glas überzeugt dieses Bier schon mit einer beeindruckenden orangeroten Farbe und einer fingerdicken weißen feinen Schaumdecke. Die Trübung ist doch recht satt und kräftig – hier war also wohl kein Filter am Werk. Eher IPA stiltypische Zitrusnoten geben im Aroma einen ersten Hinweis auf die verwendeten Hopfen Simcoe und Cascade. Natürlich aber muss ein Roggen IPA auch getreidige Noten zu bieten haben – hat es auch.

Im Antrunk eine schöne Bittere, die mir fast etwas kräftiger als die angegebenen 45 IBU vorkommt. Insgesamt ein kräftiges vollmundiges Bier. Recht bald stellt sich mit einer zunehmenden Fruchtigkeit von vorwiegend Grapefruit und leichte Lycheenoten auch eine sehr angenehme und erfrischende Trinkbarkeit ein. Grasige Töne kommen ebenfalls hinzu.

Gut abgestimmte und nicht zu intensive und spritzige Kohlensäure. Überraschend schlanker bis mittlerer Körper um ein paar aufkommende karamellige Malztöne.

Im langen Ausklang dann wieder deutlich bitterer. Ein schön gelungenes Bier, das ich zum Nachtrinken ausdrücklich empfehlen kann.

 

proBIER-Wertung:Wertung4s..
Alkohol:5,5 Vol%
Stammwürze:12,0 °P
Trinktemperatur:5 – 7 °C
Bierstil:Roggen Pale Ale
Anschrift:

Jopen B.V.
Emrikweg 19
2031 BT Haarlem
023 – 533 41 14
[email protected]
www.jopenbier.nl

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